Heizkosten sparen: Die 10 besten Tipps

Mieter fürchten den Tag, an dem die Heizkostenabrechnung eintrudelt. Hausbesitzer hingegen den Tag, an dem sie Öl oder Gas kaufen müssen. Dabei ist das Heizkosten sparen ganz einfach.

Heizkosten sparen: 10 Tipps für mehr Geld im Portemonnaie

Beim Heizkosten sparen geht es nicht nur darum, die Umwelt und ihre Ressourcen zu schonen, sondern auch, mehr Geld im Portemonnaie zu haben. Dabei stehen die Kosten, die für die Heizung einkalkuliert werden müssen, ganz oben auf der Liste der größten Posten im Haushalt. Nun gibt es verschiedene Tipps zum Heizkosten sparen, die im Folgenden beleuchtet werden sollen:

1. Weniger heizen und damit kinderleicht Heizkosten sparen

Wer Heizkosten sparen will, muss nicht gleich im Kalten sitzen und kann dennoch weniger heizen. Schon ein Grad Celsius weniger macht eine Ersparnis von rund 115 Euro im Jahr aus, wenn mit einer Gasheizung geheizt wird. In den meisten Wohnungen ist es ohnehin viel zu warm, denn die Empfehlungen gehen von 19 bis 21 °C in Wohnräumen aus. Im Schlafzimmer darf es bis 16 °C kühl sein, im Badezimmer hingegen bis 24 °C warm.

Insgesamt lassen sich durch das Herunterregeln der Heizung bis zu sechs Prozent Heizenergie einsparen, wobei die größte Ersparnis natürlich in einem unsanierten Einfamilienhaus möglich ist. Bei einer Ölheizung im sanierten Haus sind es rund 55 Euro Ersparnis, in einem teilsanierten Altbau mit Ölheizung sind es rund 65 Euro im Jahr. Auf Komfort muss niemand verzichten, es bleibt auch mit einem Grad weniger angenehm. Dies ist sicherlich auch eine Sache der Gewohnheit. Übrigens wären es bei 2 °C schon 12 Prozent weniger Heizenergie, die benötigt werden würden, allerdings ist dieses Herunterregeln durchaus spürbar.

2. Stoßlüften und Heizkosten sparen

Immer wieder gibt es Empfehlungen zum richtigen Lüften, dennoch praktizieren viele Wohnungsbesitzer dies nicht. Stoßlüften ist angesagt, wenn es um das Heizkosten sparen geht. Dauerhaft gekippte Fenster hingegen bringen kaum Frischluft, sorgen dafür aber für eine kontinuierliche Abkühlung der Wohnräume. Die teure Heizwärme geht nach draußen weg, im Haus ist es frisch. Demzufolge wird gern die Heizung höher gestellt. Beim Stoßlüften hingegen werden für ein paar Minuten alle Fenster geöffnet, der Durchzug sorgt für ein rasches Lüften.

Es gibt sogar Empfehlungen für die richtige Dauer des Stoßlüftens: Im Oktober sollen es 12 bis 15 Minuten sein, im November reichen schon acht bis zehn Minuten aus. In folgenden Monaten bis zum Ende des Februars reichen bis zu sechs Minuten, um für einen ausreichenden Austausch der Luft zu sorgen. Es wird davon ausgegangen, dass sich auf diese Weise bis zu 12,5 Prozent Heizkosten sparen lassen, was je nach Dämmungsgrad des Hauses bis zu 240 Euro im Jahr sein können.

Besser Stoßlüften statt die Fenster den ganzen Tag auf Kippe zum Heizkosten sparen (#01)

Besser Stoßlüften statt die Fenster den ganzen Tag auf Kippe zum Heizkosten sparen (#01)

3. Entlüften der Heizkörper

Auch das ist eine Empfehlung, die allgemein bekannt sein dürfte, die aber nur wenig Beachtung findet: Das Entlüften der Heizkörper sorgt jedoch für eine umfassende Ersparnis bei den Heizkosten. Der Grund: Wenn sich Luft in den Heizkörpern befindet, erwärmen sich diese nur unzureichend. Außerdem machen sie nicht selten komische Geräusche, sie glucksen und blubbern ständig. Vor dem Beginn einer jeden Heizsaison ist es daher empfehlenswert, die Heizung zu entlüften.

Das ist ganz einfach, indem das Lüftungsventil an der Seite aufgedreht wird. Kommt dort Wasser heraus, kann es wieder zugeschraubt werden. Laut Experten ermöglicht diese Vorgehensweise, bis zu 20 Euro im Jahr an Kosten einzusparen, was rund 1,5 Prozent der Heizenergie bedeutet. Nicht viel, aber: „Kleinvieh macht auch Mist!“ Jede Möglichkeit zum Einsparen sollte genutzt werden, denn in ihrer Gesamtheit machen all die Kleinigkeiten eine ansehnliche Summe am Jahresende bzw. auf der nächsten Abrechnung aus.

4. Eine Runde Möbel rücken zum Heizkosten sparen

Damit ist natürlich nicht gemeint, dass es beim Heizkosten sparen helfen könnte, wenn den Wohnungsbesitzern durch das Möbelrücken so warm geworden ist, dass sie keine zusätzliche Wärme mehr benötigen. Wobei das sicherlich auch eine gute Idee ist, welche sich aber im Alltag schwierig gestalten könnte. Ernsthaft: Möbelrücken kann bis zu 15 Prozent Heizenergie sparen, denn Möbelstücke, die sich direkt vor den Heizkörpern befinden, sorgen für deren Abschirmung und somit für einen Wärmestau.

Zum einen kann die Wärme nicht in den Raum entweichen und diesen erwärmen. Zum anderen wird dem Thermostat signalisiert, dass es doch hier warm ist und keine weitere Heizenergie benötigt wird. Da es aber in Wirklichkeit kühl ist, wird auch die wenige erwärmte Luft rasch kalt und das Thermostat muss wieder anspringen. Die Folge ist, dass die Heizkörper nahezu ganztägig laufen müssen.

5. Mit einem neuen Ventil Heizkosten sparen

Es klingt auf den ersten Blick stets ein wenig weit hergeholt, wenn es durch Mehrausgaben bei einer Neuanschaffung möglich sein soll, Geld zu sparen. Doch mit der Anschaffung eines neuen Thermostatventils ist das tatsächlich möglich! Ein Temperaturregler, der programmiert werden kann, ist auf die gewünschte Temperatur einzustellen. Er ist auch so zu programmieren, dass er die Heizung teilweise abstellt oder dass die Wärmezufuhr in einen bestimmten Raum gemindert wird.

Solche Thermostatventile darf sogar der Mieter selbst kaufen und gegen die vorhandenen Ventile austauschen, das Mietrecht sieht hier keine Einschränkungen oder Verbote vor. Ein solches Ventil kostet rund 30 Euro in der Anschaffung. Auf ein ganzes Haus mit rund 150 Quadratmeter Wohnfläche gerechnet, kann sich die Ersparnis auf rund 155 Euro im Jahr belaufen. Eine Anschaffung also, die sich binnen kürzester Zeit amortisiert!

6. Sparduschkopf zum Heizkosten sparen

Zu den besten Tipps zum Sparen gehört auch dieser Rat: Es sollte immer ein Sparduschkopf statt einer normalen Brause verwendet werden. Durch Letztere rinnen rund 14 Liter Wasser in einer Minute, was bedeutet, dass sich das fünfminütige Duschen auf rund 70 Liter Wasser beläuft. Sieben Eimer voll Wasser, die einfach so in den Abfluss rauschen. Der Sparduschkopf hingegen mischt dem durchströmenden Wasser Luft bei und dies bewirkt, dass nur noch sechs Liter in der Minute durchrinnen.

Mehr als die Hälfte weniger!

Folglich muss auch deutlich weniger Wasser erwärmt werden, was sich vor allem bei Heizungen bemerkbar macht, die ohne Unterstützung von Solarthermie arbeiten. Der gefühlte Druck des Wassers, den der Duschende spürt, bleibt aber gleich. Auch hier gilt, dass diese Umbaumaßnahme keine Beschränkungen durch das Mietrecht kennt, in vielen Mietverträgen steht sogar drin, dass die Mieter bei Defekten verpflichtet sind, Reparaturen bis zu einer gewissen Höhe selbst vorzunehmen. Schon dies allein ermöglicht den eigenständigen Austausch des Duschkopfs.

Heizkosten sparen: Der Sparduschkopf mischt dem durchströmenden Wasser Luft bei. (#02)

Heizkosten sparen: Der Sparduschkopf mischt dem durchströmenden Wasser Luft bei. (#02)

7. Duschen statt Baden und Heizkosten sparen

Ein Vollbad ist ein Luxus, den sich viele Menschen an jedem Tag gönnen. Dabei wird allerdings sehr viel Wasser verbraucht. Wenn von der Nutzung des oben genannten Sparduschkopfs ausgegangen wird und hier nur sechs Liter in der Minute durchlaufen, verbraucht eine fünfminütige Dusche gerade einmal 30 Liter Wasser. Ein Vollbad hingegen schlägt mit 150 bis 250 Liter Wasser zu Buche, wobei dieses Wasser natürlich eine entsprechende Temperatur haben muss. Dieses Beispiel zeigt, dass hier ein großes Einsparpotenzial besteht, denn je weniger Wasser erwärmt werden muss, desto niedriger sind die Heizkosten.

8. Kaltes Wasser nutzen

Immer wieder ist zu hören, dass das Händewaschen mit kalten Wasser nicht helfen würde, um Keime zu töten. Doch angesichts der Tatsache, dass zum Beispiel die Außenhülle von Viren aus Eiweißstrukturen besteht, die jedoch erst ab ca. 60 °C zerfallen, müssten die Hände in sehr heißem Wasser gebadet werden. Das ist kaum möglich, denn wohl niemand mag sich das Wasser aus einem Wasserkocher über die Hände schütten.

Viel wichtiger ist die Seife zum Abtöten von Keimen
und diese wirkt auch in Verbindung mit kaltem Wasser.

Sie entfaltet ihre Reinigungskraft schon bei niedrigen Temperaturen und hilft damit, Heizkosten zu sparen und die Umwelt zu schonen. Und natürlich den Geldbeutel, wie das folgende Beispiel zeigt: Es geht um eine Familie mit drei Personen. Alle waschen sich fünfmal pro Tag die Hände und nutzen dafür jeweils zwei Liter Wasser. Bei einer Gasheizung lassen sich hier rund 35 Euro einsparen, wenn mit kaltem statt mit warmem Wasser gewaschen wird. Beim elektrischen Erwärmen des Wassers macht die Ersparnis sogar 85 Euro im Jahr aus.

9. Hydraulischer Abgleich hilft beim Heizkosten sparen

Dieser Tipp richtet sich an Eigentümer und nicht an Mieter und zielt auf das Einsparen von Heizkosten ab. Ein hydraulischer Abgleich sorgt dafür, dass jeder Heizkörper genau die Menge an Wasser bekommt, die für die eingestellte Temperatur nötig ist. Damit lässt sich so manche Kilowattstunde einsparen, denn die Wärme wird deutlich gleichmäßiger und effizienter im Haus verteilt. Bei einem Einfamilienhaus können bis zu 85 Euro im Jahr dadurch eingespart werden.

10. Fußbodenheizung statt Wandheizkörper

Die Fußbodenheizung ist inzwischen ein Standard in vielen neu errichteten Häusern. Zu recht, denn sie bietet eine gleichmäßige Wärme im ganzen Haus. Die Wärme verteilt sich über die gesamte Wohnfläche und wer warme Füße hat, braucht eine weniger hohe Raumtemperatur. Die von Heizkörpern unter dem Fenster erzeugte Wärme muss sich erst im ganzen Raum verteilen. Im Bereich der Fenster ist es damit in der Regel deutlich wärmer als im übrigen Raum.

Allerdings ist eine Fußbodenheizung nicht einfach so nachzurüsten, sie kann jedoch im Rahmen einer Sanierung des Gebäudes integriert werden. Diese Heizungsart sollte nachts nicht abgestellt werden, weil sie am Morgen dann sehr lange braucht, bis sie die Zimmer wieder erwärmt. Die Durchlauftemperatur ist bei der Fußbodenheizung weitaus niedriger als bei einer normalen Wandheizung, das Wasser muss nicht so stark erwärmt werden. Das wiederum bedeutet, dass hier sehr viel Energie gespart werden kann.

Heizkosten sparen: Bei einer Fußbodenheizung verteilt sich die Wärme über die gesamte Wohnfläche. (#03)

Heizkosten sparen: Bei einer Fußbodenheizung verteilt sich die Wärme über die gesamte Wohnfläche. (#03)

Eine letzter und damit elfter Tipp:

Wer versucht, Kilowattstunde um Kilowattstunde zu reduzieren und gleichzeitig Heizkosten sparen möchte, sollte sich unbedingt nach einem anderen Anbieter umsehen. Denn eine gewisse Anbietertreue mag Vorteile haben, jedoch werden neue Kunden meist mit besonderen Rabatten begrüßt. Wer Öl oder Gas wenigstens einmalig günstiger beziehen kann, hat zumindest für dieses eine Jahr schon gespart. Im nächsten Jahr geht die Suche dann von Neuem los, sollten die Preise nicht allgemein weiter gefallen sein.

Natürlich ist das Heizkosten sparen auch immer vom Wetter abhängig. Ein milder Winter sorgt von sich aus dafür, dass weniger Heizenergie benötigt wird, weil niemand das Bedürfnis nach sehr warmen Räumen hat. Ist es eher kalt oder kühl und nass, möchten die meisten Menschen in ein wohlig-warmes Zuhause kommen und drehen die Heizungen weiter auf. Außerdem laufen diese ohne mehr, um die eingestellte Raumtemperatur konsequent zu halten. Genauso bedeutet ein langer Sommer das Einsparen von Heizkosten, wohingegen ein früh einsetzender Herbst oder ein langes Frühjahr für eine Verlängerung der Heizperiode sorgt.

Welche Möglichkeiten Mieter zum Heizkosten sparen, dazu gibt es Tipps beim Mieterbund. Dieser rät zu allen Möglichkeiten, die ein Mieter ohne Absprache mit dem Vermieter vornehmen kann, um die eigene Nebenkostenabrechnung zu senken. Sicherlich ist der Mieter hier weniger frei als ein Eigentümer, denn er kann zum Beispiel nicht einfach auf einen anderen Anbieter für Gas oder Öl ausweichen. Mit dem Sparen von Wasser und Strom aber hat es auch ein Mieter in der Hand, seine eigenen Nebenkosten zu senken und für geringere Ausgaben zu sorgen.


Bildnachweis: ©Shutterstock-Titelbild: Kishivan, #01: Evgeny Atamanenko, #02: ben bryant, #03: vipman

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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