Bundesrat debattiert Antrag Schleswig-Holsteins zur Einführung einer Zuckersteuer dringend

0

Nahezu 4.000 Mediziner aller Fachrichtungen haben sich mit Ernährungs- und Diabetesberaterinnen sowie Apothekenpersonal zusammengeschlossen, um in einem offenen Brief die Einführung einer Zuckersteuer auf Softdrinks zu fordern. Sie argumentieren mit dem rapiden Anstieg von ernährungsbedingten Erkrankungen wie Adipositas, Typ-2-Diabetes und Fettleber bereits im Kindesalter sowie den damit verbundenen Kosten in Milliardenhöhe. Bundesgesundheits- und Familienministerium haben Zustimmung signalisiert, nun erwartet man konkrete Schritte vom Finanzministerium. Der Bundesrat diskutiert parallel Steuerkonzept. Jetzt.

Mediziner warnen vor häufiger Typ-2-Diabetes durch zuckerhaltige süße Getränke

Ein Bündnis aus 3.926 Medizinerinnen und Medizinern, unterstützt von mehr als 1.000 Spezialistinnen und Spezialisten aus Ernährungs-, Diabetes- und Apothekenfachkreisen, hat sich in einem offenen Brief an die Bundesregierung gewandt. Sie dokumentieren die zunehmende Verbreitung übergewichtiger und adipöser Kinder, die Häufung früh einsetzender Stoffwechselstörungen, Typ-2-Diabetes, Fettleber und Karies sowie die damit verbundenen jährlichen Belastungen in Milliardenhöhe für das Gesundheitssystem. Politik ohne Prävention ist nach Ansicht der Unterzeichner keine Option mehr.

Familienministerin Prien unterstützt Abgabe auf Softdrinks, Finanzminister schweigt weiter

Gesundheitsministerin Warken spricht sich klar für eine Zuckersteuer aus, um die Zunahme von Übergewicht, typischem Zivilisationsleid und damit verbundenen Folgekosten vorbeugend zu bekämpfen. Auch Familienministerin Prien hat erklärt, diese Maßnahme zu unterstützen. Steuerliche Details fallen in den Aufgabenbereich von Finanzminister Lars Klingbeil, der bislang noch keinen Entwurf präsentiert hat. Der Bundesrat berät parallel einen Vorstoß Schleswig-Holsteins zur Abgabe auf zuckerhaltige Getränke, doch ein offizieller Vorschlag bleibt aus und ist strittig.

Bundesregierung muss vorbeugen: Zuckersteuer als gesundheitspolitische Chance dringend nutzen

Der offene Brief von fast 4.000 Ärztinnen und Ärzten sowie mehr als 1.000 Fachkräften unterstreicht die dringende Notwendigkeit einer Zuckersteuer auf stark gesüßte Getränke zur Prävention ernährungsbedingter Erkrankungen. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil wird aufgefordert, zeitnah einen konkreten Entwurf vorzulegen. Eine solche Maßnahme gilt als effektiv zur Reduktion von Übergewicht, Typ-2-Diabetes und Fettleber, entlastet das Gesundheitssystem finanziell und bietet insbesondere Kindern einen langfristigen Gesundheitsschutz sowie verbessert dadurch Prävention und Lebensqualität essenziell nachhaltig.

Süßgetränke besteuern, Ernährung verbessern und Gesundheitssystem jetzt nachhaltig entlasten

Aus Sicht von Ramona Pop, Sprecherin des Verbraucherzentrale Bundesverbands, ist eine Abgabe auf stark zuckerhaltige Getränke ein essenzielles Instrument zur Vorbeugung gegen adipositasbedingte Erkrankungen und Diabetes. Sie erläutert, dass das Nahrungsmittelangebot die Konsumentengewohnheiten stark beeinflusst und eine Preisaufschlagssteuer die Nachfrage nach zuckerintensiven Getränken verringern kann. Zusätzlich trage diese Maßnahme dazu bei, Forschung und Entwicklung im Lebensmittelbereich auf gesündere Rezepturen zu fokussieren. Langfristig lassen sich dadurch erhebliche Kosten im Gesundheitswesen einsparen.

Ungesunde Ernährung verursacht täglich Krankheiten: Zeit für Zuckersteuer jetzt

Mit Nachdruck weist die Sprecherin des Wissenschaftsbündnisses DANK sowie Geschäftsführerin der Deutschen Diabetes Gesellschaft darauf hin, dass steigende Fallzahlen von Fettleibigkeit, Typ-2-Diabetes und anderen Stoffwechselstörungen in medizinischen Einrichtungen mittlerweile Alltag sind. Sie fordert, nicht länger die Reparatur bereits vorhandener Krankheiten in den Mittelpunkt zu stellen, sondern präventiv anzusetzen. Eine Zuckersteuer auf süße Getränke solle daher endlich umgesetzt werden, um das Trinkverhalten zu verbessern und die finanziellen Belastungen für das Gesundheitssystem nachhaltig zu reduzieren.

Kinder profitieren, wenn Bundesregierung Zuckerlobby-Beeinflussung endlich klare Grenzen setzt

Foodwatch-Vertreterin Luise Molling stellt fest, dass Deutschland im Ranking der Präventionspolitik gegen ernährungsbedingte Krankheiten auf dem letzten Platz steht. Sie bezeichnet die fortgesetzte Abhängigkeit von freiwilligen Selbstverpflichtungen der Lebensmittelindustrie als unzureichend und kritisiert die fehlende politische Entschlossenheit. Molling plädiert für evidenzbasierte Maßnahmen, um den Zuckerkonsum nachhaltig zu reduzieren, darunter Steueranreize für Hersteller, klare Grenzwerte für zugesetzten Zucker und effektive Aufklärungskampagnen zur Förderung gesunder Ernährung.

Prof. Koletzko, Prof. Szendrödi und Rodeck appellieren für Gesundheit

Prominente Vertreterinnen und Vertreter der Medizin- und Gesundheitsbranche unterzeichneten den Appell: Dr. med. Klaus Reinhardt (Bundesärztekammer), Dr. Eckart von Hirschhausen (Stiftung Gesunde Erde – Gesunde Menschen), Dr. med. Susanne Johna (Marburger Bund), Prof. Dr. Berthold Koletzko (Stiftung Kindergesundheit), Prof. Dr. Julia Szendrödi (DDG), PD Dr. Burkhard Rodeck (DGKJ) und Christine Neumann-Grutzeck (BDI). Initiiert und verbreitet wird die Aktion von der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten DANK, der Verbraucherzentrale Bundesverband und foodwatch.

Eine zuckerbasierte Zusatzabgabe auf Erfrischungsgetränke kann als wirksames Instrument der Gesundheitsprävention dienen, indem sie die Attraktivität stark zuckerhaltiger Produkte reduziert und Konsumentinnen und Konsumenten zu bewussteren Lebensmitteln führt. Die dabei generierten zusätzlichen Steuereinnahmen könnten in Präventionsprogramme investiert werden. Langfristig würde dies dazu beitragen, die Ausgaben für Adipositas, Typ-2-Diabetes und andere Folgeerkrankungen zu senken und das Wohl zukünftiger Generationen, insbesondere der Kinder, zu verbessern. Maßnahme sendet klares Signal für gesunde Politik.

Lassen Sie eine Antwort hier