Die Frankfurter Wiederaufnahme von Georges Bizets Carmen in der Neufassung von Barrie Kosky verspricht ein Musiktheater. Kosky, ehemaliger Intendant der Komischen Oper Berlin, integriert Elemente von Variete und Revue a la Offenbach in das Opernsetting und ergänzt es durch spektakuläre Tanznummern. Jader Bignamini übernimmt die musikalische Leitung und gestaltet transparentes Orchesterklangbild. Mit Bianca Andrews Debüt in der Titelrolle und dem Gastauftritt von Joseph Calleja entsteht eine international besetzte, dynamische Aufführung.
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Barrie Koskys mutige Carmen-Neudeutung fordert traditionelle Opernerwartungen souverän heraus
In der auf die Saison 2015/16 zugeschnittenen Fassung von Carmen arbeiten Regisseur Barrie Kosky, Dirigent Constantinos Carydis und Herausgeber Michael Rot gemeinsam an einem anspruchsvollen Konzept. Kosky, der zwischen 2012 und 2022 die Komische Oper Berlin leitete, verwebt Operntradition mit Variete- und Revueformen im Sinne Jacques Offenbachs. Üppige Tanzchoreografien ergänzen die bekannte Liebesgeschichte, bringen neue Spannung in das Geschehen und sorgen für ein lebendiges, eher unkonventionelles Musikerlebnis.
Nach Premiere: Produktion als Weltklasse, kultverdächtig und brillant ausgezeichnet
Am 5. Juni 2016 feierte die Neufassung ihre Premiere und löste unter den Zuschauern eine regelrechte Begeisterungsstürme aus. Kritische Stimmen zollten der Produktion höchste Anerkennung: musik-heute.de nannte sie „kultverdächtig“, Der Tagesspiegel urteilte „brillant und böse“, die RheinZeitung hob sie als „Weltklasseproduktion“ hervor und concerti.de sah darin den „Höhepunkt der Saison“. Diese Resonanz belegt die beeindruckende kreative Qualität der Inszenierung. Für Opernfreunde garantiert sie ein ungewöhnlich intensives und mitreißendes Klangerlebnis. Sie setzt Maßstäbe im zeitgenössischen Musiktheater und belastet Erwartungshorizonte neu.
Zanda Sv?de ersetzt Januar-Carmen, Ensemble ergänzt neue internationale Profis
Bianca Andrew, festes Ensemblemitglied der Oper Frankfurt, übernimmt erstmals die Titelrolle von Carmen und präsentiert sich als sinnliche Zigarettenarbeiterin mit starker, ausdrucksstarker Ausstrahlung. Startenor Joseph Calleja kehrt als Don Jose zurück, nachdem er in früheren Gastengagements großen Beifall erhielt. Während der Januarvorstellungen spielt Zanda Sv?de die Carmen. Das übrige Ensemble kombiniert erfahrene Opernstudiodramatiker und langjährige Ensemblemitglieder und gewährleistet eine ausgewogene und packende Gesamtperformance.
Italienischer Dirigent Bignamini sorgt in Frankfurt für transparente Orchesterklänge
Der italienische Maestro Jader Bignamini zeichnet sich als musikalischer Leiter durch seine stilistische Präzision aus. Kürzlich dirigierte er in Frankfurt die Premierenserie von Verdis La forza del destino und verantwortete 2022 ein Museumskonzert. In seiner Funktion als Music Director des Detroit Symphony Orchestra gastiert Bignamini regelmäßig in Metropolen wie Paris, Berlin, New York und Sao Paulo. Seine Phrasierung, transparente Orchesterbalance und drängende Tempi verleihen der Aufführung eine außergewöhnliche klangliche Tiefe.
Publikumserfolg und Langlebigkeit: Sechste Wiederaufnahme begeistert Opernfreunde nun erneut
Zum sechsten Mal seit der Uraufführung dieser Koproduktion in Frankfurt präsentiert die Spielzeit dieses Erfolgsstück erneut. 2018/19 gastierte die Inszenierung bereits als Leihgabe im Royal Opera House Covent Garden. Die anhaltende Nachfrage und positive Resonanz unterstreichen die dauerhafte Attraktivität und flexible Konzeptgestaltung. Kenner erkennen darin einen Maßstab moderner Operninszenierungen, während Neulinge die besondere Atmosphäre und frischen Ideen schätzen. Die internationale Erfolgsgeschichte setzt sich in Frankfurt unverändert, beeindruckend und erfolgreich fort.
Weitere Vorstellungen im Dezember und Januar ab 18 Uhr
Am Samstag, dem 13. Dezember 2025 um 19 Uhr nimmt das Opernhaus Frankfurt die Wiederaufnahme vor. Weitere Aufführungstermine sind der 19. und 21. Dezember um 18 Uhr sowie der 27. Dezember um 18 Uhr. Januar 2026 folgen Vorstellungen am 9., 16. und 18. um 18 Uhr sowie am 24. und 31. Januar. Die Eintrittspreise liegen zwischen 16 und 132 Euro zzgl. 12,5 Prozent Vorverkaufsgebühr. Karten telefonisch, online oder an der Kasse erhältlich.
Barrie Koskys Inszenierung verbindet Oper, Variete und revuehafte Elemente
Diese Produktion zeichnet sich durch ihre stilistische Variationsbreite aus, bei der traditionelle Opernarrangements mit französischer Revueästhetik und expressiven Tanzszenen verschmelzen. Jader Bignaminis präzise Dirigat erzeugt eine klangliche Transparenz, in der jedes Instrument zur Geltung kommt und das dramatische Geschehen stützt. Barrie Koskys Regie gestaltet die Handlung visuell packend und gibt der titelgebenden Protagonistin neue Facetten. Internationale erfahrene Sänger und junge Ensemblemitglieder sorgen für eine facettenreiche und intensive Darstellung atemberaubende Harmonie.

