Zecken richtig entfernen!

Vor allem im Sommer sind die kleinen Tierchen besonders aktiv: Zecken gehören zur Ordnung der Milben und sind vor allem gefürchtet, weil sie durch das Beißen bzw. Stechen gefährliche Krankheiten übertragen können. Dazu gehören die viral übertragbare Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die bakteriell bedingte Borreliose. Wer von einer Zecke gestochen wurde, sollte die Insekten zeitnah und zielsicher entfernen.

Wissenswertes zu Zecken

Auf der ganzen Welt sind rund 900 Zeckenarten bekannt. Die Insekten sind Parasiten, die sich dadurch ernähren, dass sie Blut von einem Wirt saugen. Die Rede ist dabei in der Regel von einem Zeckenstich. Um einen Biss handelt es sich per definitionem nur dann, wenn ein Tier einen Unter- und Oberkiefer besitzt, was bei Zecken jedoch nicht der Fall ist. Zecken stechen mittels ihrer Kieferklauen und bleiben dann im bzw. an ihrem Opfer haften, bis sie sich mit Blut vollgesogen haben und satt sind. Erst dann lassen sie von ihrem Wirt ab.

Zecken sind Überträger einer Krankheit, das heißt, dass die Parasiten zwar Krankheiten von einem Menschen zum anderen übertragen können, dabei jedoch selbst nicht infiziert werden. Bei den übertragbaren Krankheiten handelt es sich um ernst zunehmende Infektionen, die schwerwiegende Folgen haben können. Am besten ist es daher, einen Zeckenstich effektiv zu vermeiden. Geschlossene Schuhe beim sommerlichen Spaziergang, ein sorgfältiges Absuchen und das Auftragen eines Zeckenschutzmittels sind wichtige Aspekte, um einen Zeckenbiss grundsätzlich zu vermeiden.

Hier hatte die Zecke schon zugebissen, schön wenn man weiß wie man sie los wird

Hier hatte die Zecke schon zugebissen, schön wenn man weiß wie man sie los wird (#01)

Zeckenstich und Krankheiten

Ein Zeckenstich kann in Europa zwei gefährliche Krankheiten übertragen: Dabei handelt es sich zum einen um die Borreliose, eine bakterielle Krankheit und die viral übertragbare FSME.

Borreliose ist eine Infektionskrankheit, die nicht von Mensch zu Mensch übertragbar ist, sondern von der Zecke auf den Menschen übertragen werden kann. Bei der in Deutschland vorkommenden Borreliose handelt es sich zumeist um die Lyme-Borreliose. Dies ist eine Infektionskrankheit, die den gesamten Körper befallen kann und bei nicht Erkennen sogar mit einem chronischen Verlauf enden kann.

Es gibt drei Stadien der Borreliose, wobei im ersten Stadium zunächst die Haut infiziert wird. Es bildet sich dabei eine rote Stelle auf der Haut, die in der Fachsprache den Namen ‚Erythema migrans‘ trägt. Nach einem Zeckenstich sollte also die Einstichstelle unter besonderer Beobachtung stehen, damit bei Veränderungen umgehend der Arzt aufgesucht werden kann. Im zweiten Stadium der Borreliose verbreiten sich die stabförmigen Bakterien im Körper – die Symptome sind dabei Folgende: Lähmungserscheinungen, Fieber, Kopfschmerzen und Gelenkschmerzen. Hat die Infektion mit Borreliose das dritte Stadium erreicht, verläuft die Krankheit chronisch und äußert sich immer wieder durch entzündete Gelenke oder Verfärbungen der Haut.

Auch eine Infektion mit der FSME sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Das Gefährliche daran ist die Tatsache, dass die meisten Infizierten oft gar nicht merken, dass sie den Virus in sich tragen. Nur rund 30 Prozent der Zeckenopfer weisen die folgenden Beschwerden auf: Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen, wiederkehrendes stärkeres Fieber sowie Übelkeit, Schmerzen im Nacken und Lähmungserscheinungen. Wird die Entzündung der Hirnhaut bzw. des Gehirns nicht erkannt, kann dies im schlimmsten Fall tödlich enden. Wird die FSME jedoch rechtzeitig diagnostiziert, können die Patienten in der Regel vollständig geheilt werden.

Borreliose wird nicht durch den Stich der Zecke selbst übertragen, sondern durch das Entleeren des Mageninhalts in die Wunde des Gestochenen. Hat eine Zecke mit Borreliose infiziertes Blut in sich, so überträgt sie die Krankheit durch das Erbrechen auf ihren neuen Wirt. Die Zecke entleert sich jedoch erst, wenn sie satt ist. Es gilt also, den Parasiten schnellstmöglich und vor allem sachgerecht zu entfernen, um zu vermeiden, dass sie ihren Mageninhalt entleert. In der Regel dauert es zwei Stunden bis einen halben Tag, bis die Zecke durch das Erbrechen die Borreliosebakterien überträgt.

Zeckenimpfung: schützt leider nicht vor allen Krankheiten die ein Zeckenbiss so mit sich bringen kann

Zeckenimpfung: schützt leider nicht vor allen Krankheiten die ein Zeckenbiss so mit sich bringen kann (#02)

Beim Entfernen der Zecke sollte äußerst vorsichtig vorgegangen werden. Waren früher noch Methoden wie das Beträufeln mit Kleber, Öl oder Wachs beliebt, wird davon heute abgeraten. All diese Methoden tragen eher dazu bei, dass sich die Zecke in die Wunde übergibt, als dass sie helfen, dies zu vermeiden. Auch das Quetschen der Parasiten kann zur Folge haben, dass Bakterien aus der Zecke in die Wunde des Menschen gelangen und somit gefährliche Krankheiten übertragen.

Beim Entfernen der Zecke sollte darauf geachtet werden, dass das Tierchen vollständig entfernt wird. Bei einer Drehbewegung beispielsweise könnte ein Teil der Zecke in der Wunde stecken bleiben. Wenn es sich dabei um den vorderen Teil des Parasiten handelt, ist die Gefahr einer Krankheitsübertragung gering, da der Mageninhalt nicht mehr in die Wunde gegeben werden kann. Dennoch können abgerissene Teile in der Haut des Menschen eine lokale Entzündung hinterlassen, die bestmöglichst vermieden werden sollte. Unabhängig von der Technik – also Drehen oder Ziehen – sollte sorgfältig vorgegangen werden und das Tier vollständig entfernt werden.

Dafür wird das Tier am besten so nahe wie möglich an der menschlichen Haut mit einer Pinzette oder einer Zeckenzange gepackt und langsam, aber stetig aus der Wunde gezogen. Unterbrechungen sollten beim Entfernen einer Zecke vermieden werden. Um Infektionen zu verhindern, bietet es sich an, die Wunde nachfolgend mit Desinfektionsmittel zu versorgen.

Das Equipment: Zeckenzange, Zeckenkarte, Zeckenpinzette

Für die Entfernung der Zecke gibt es mehrere hilfreiche Werkzeuge, die dazu beitragen, dass das Tier vollständig aus der Haut gezogen werden kann. Zum gibt es in Apotheke und Drogeriemärkten handelsübliche Zeckenzangen. Diese verfügen über zwei Enden, mit denen der Parasit umschlossen werden kann. Durch das Ausüben von Druck entfernt die Zeckenzange das Tier langsam aus der Wunde.

Verschiedene Methoden eine Zecke zu entfernen. Zeckenentfernung mit Haken, Pinzette, Karte: Damit bekommt man die Zecken richtig entfernt

Verschiedene Methoden eine Zecke zu entfernen. Zeckenentfernung mit Haken, Pinzette, Karte: Damit bekommt man die Zecken richtig entfernt (#03)

Spezielle Zeckenkarten sind stabile Karten, welche mit einem v-förmigen Schlitz versehen sind. Diese Aussparung wird unter die Zecke geschoben und dann vorsichtig, aber stetig angehoben. Durch das sanfte Ziehen wird die Zecke schonend entfernt.

Eine Zeckenpinzette ist – ähnlich wie eine reguläre Pinzette – ein Werkzeug zum Greifen. Zeckenpinzetten zeichnen sich durch ihre etwas breiteren Enden aus, mit denen die Tierchen problemlos umschlossen und von der Haut weggeliftet werden können.

Im Zweifel: Lieber zum Arzt

Wer sich unsicher ist oder es sich nicht zutraut, die Zecke zu entfernen, der sollte lieber den Arzt aufsuchen. Dieser kann das Risiko des Zeckenstichs adäquat einschätzen und die Wunde fachgerecht versorgen. Ferner ist der Arzt in der Regel geübt und kann die Zecke im Ganzen entfernen.

Wer eine Zecke schon längere Zeit mit sich herumträgt, sollte ebenfalls lieber den Arzt aufsuchen. Je länger die Zecke bereits in der Wunde verankert ist, desto wahrscheinlicher ist eine Infektion, über die der Arzt entsprechen aufklären kann.


Bildnachweis:© Fotolia- Titelbild: Michael Tieck-#01: Bobo-#02:Petra Beerhalter-#03:Astrid Gast

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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